Landesarbeitsgemeinschaft
Migrantenökonomie
Baden-Württemberg

Neuerscheinung

Neue Herausforderungen für die Aus- und Weiterbildung in Migrantenunternehmen. Wissenschaft trifft Praxis
LAG-Ziele

Ausgangssituation und Zielsetzung der LAG

Ausgangspunkt unserer Initiative ist die Überzeugung, dass die von Migrantinnen und Migranten geführten Unternehmen einen bedeutenden ökonomischen und gesellschaftlichen Beitrag leisten, der sich auch integrationspolitisch bemerkbar macht. Doch infolge struktureller Ungleichheiten können sich die Leistungspotenziale von Migrantenunternehmen nur unzureichend entfalten. Dies betrifft die Gründungspotenziale und die Unternehmensentwicklung, aber insbesondere die Möglichkeiten der Qualifizierung von Personal.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Migrantenökonomie befasst sich daher u.a. mit den Fragen, wie die Aus- und Weiterbildungsaktivitäten von Migrantenunternehmen unterstützt und diesbezügliche Förderansätze verbessert werden können. In diesem Kontext arbeitet die LAG zudem an einer landesweiten Vernetzung von Projekten und Akteuren aus der beruflichen Bildung sowie von Unternehmen und Unternehmerverbänden, Kommunen und Wissenschaft.

Wodurch wurde die Gründung einer LAG Migrantenökonomie erforderlich? Bisherige Förderansätze konzentrieren sich auf eine Erhöhung der Ausbildungsbereitschaft, wobei Nachhaltigkeits- und qualitative Aspekte häufig vernachlässigt werden. Es fehlt zudem an einer institutionellen Verankerung und Kontinuität, an erprobten Instrumenten und an einem Erfahrungsaustausch zwischen den Projekten. Vor allem mangelt es an einer systematischen Zusammenführung der Erfahrungen und Erkenntnisse (sowohl aus der Praxis als auch aus der Wissenschaft). Geht anwendungsorientiertes Wissen verloren, ist die Nachhaltigkeit der Arbeit gefährdet, neue Projekte können nicht profitieren und der öffentlichen Hand und den in Projekten engagierten Unternehmen entsteht ein ideeller und materieller Schaden.

Vor diesem Hintergrund zielt die Landesarbeitsgemeinschaft Migrantenökonomie auf eine

  • konkrete Netzwerkbildung aller (bisher) mit der Ausbildung in Migrantenunternehmen befassten Projektträger in Baden Württemberg und

  • eine wissenschaftliche Begleitung zur Identifizierung und Systematisierung von Stärken und Schwächen.

Neben den Schwerpunkten der praktischen Arbeit (Akquise, Besetzung der Ausbildungsplätze, Ausbildungsbegleitung und Qualifizierung) wurden und werden unter anderem folgende Fragestellungen im Rahmen von Veranstaltungen und im Austausch mit Partnerinstitutionen diskutiert:

  • Welche Entwicklungen und v.a. strukturelle Veränderungen sind hinsichtlich der Ausbildungsbereitschaft und -qualität von Migrantenunternehmen derzeit und künftig in Baden-Württemberg zu erwarten?

  • Was sind die Besonderheiten der von Migranten geführten Unternehmen? Welche Motivlagen, Hemmnisse und Unterstützungsmöglichkeiten lassen sich erkennen?

  • Welche herkunfts- und branchenbezogenen Unterschiede gibt es und welche Implikationen haben diese für die Akquisition von Betrieben und Jugendlichen?

  • Was bewirkt unsere Lobby für diese Betriebe?

  • Welchen Beitrag erbringt die Ausschöpfung des Ausbildungspotenzials von Migrantenbetrieben hinsichtlich der Ausbildungsplatznot für benachteiligte Jugendliche?

Die LAG Migrantenökonomie ist aus dem bürgerschaftlichen Engagement und durch eine Kooperation verschiedenster Institutionen entstanden, die teils schon lange Zeit mit Migrantenunternehmen zusammenarbeiten oder sich mit deren Entwicklung und Strukturen befassen. Sie ist parteipolitisch unabhängig. Für neue Mitglieder und Initiativen zur Unterstützung der Arbeit sind wir stets offen.