Landesarbeitsgemeinschaft
Migrantenökonomie
Baden-Württemberg

Neuerscheinung

Neue Herausforderungen für die Aus- und Weiterbildung in Migrantenunternehmen. Wissenschaft trifft Praxis
Aus- und Weiterbildung in Migrantenunternehmen – Wissenschaft trifft Praxis –

 

Vorwort

Vorwort von Frau Bilkay Öney, Ministerin für Integration in Baden-Württemberg.

Liebe Leserinnen und Leser,

im Berufsleben erfahren Menschen soziale Kontakte, Anerkennung, Bestätigung und Wertschätzung. Und nicht zuletzt erarbeiten sie am Arbeitsplatz ihr Einkommen, das sie dann in die Lage versetzt, ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Deshalb hängt auch der Integrationserfolg von Migrantinnen und Migranten stark von der Integration in Arbeit ab. Der Zugang zum Arbeitsmarkt hat auf den gesamten Integrationsprozess maßgeblichen Einfluss. Wenn die Integration in den Arbeitsmarkt gelingt, sind die Menschen in der Lage und bereit, sich in Deutschland sprachlich, kulturell und sozial zu integrieren.

Unternehmen und Betriebe sind deshalb ein unverzichtbarer Eckpfeiler der Integration, indem sie Arbeits- und Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. Gerade ein Ausbildungsplatz ist für junge Menschen wichtig, denn er ermöglicht ihnen, mit einem Berufsabschluss ins Arbeitsleben zu starten. Gleichzeitig sichern die Betriebe mit Auszubildenden ihren eigenen Fachkräftebedarf.

Deshalb hat mein Ministerium die Landesarbeitsgemeinschaft Migrantenökonomie Baden-Württemberg gerne bei ihrem Workshop „Am Wendepunkt? Neue Herausforderungen für die Aus- und Weiterbildung in Migrantenunternehmen – Wissenschaft trifft Praxis“ unterstützt. Ich freue mich, dass die Ergebnisse des Workshops in diesem Band nun auch weiteren Interessierten zugänglich sind.

Den Workshop haben wir auch deswegen gefördert, weil wir in Baden-Württemberg bei diesem Thema viel Potenzial für Menschen, Unternehmen und das Land sehen. Im Jahr 2012 stellte das Institut für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim (ifm) in einer Studie fest, dass Baden-Württemberg bundesweit das Schlusslicht bei der Selbstständigenquote von Migranten gemessen an der Zahl der Erwerbstätigen ist, und dass sich nur 20 Prozent unserer migrantischen Unternehmen an der Ausbildung der Fachkräfte von morgen beteiligen, obwohl rund 50 Prozent formal dazu in der Lage wären.

Was also können wir tun, um die höhere Gründungsneigung von Migranten, die gerade jüngst auch eine Untersuchung der Kreditanstalt für Wiederaufbau bestätigt hat, zu fördern und zum Wohl der Gesamtgesellschaft zu nutzen? Was bedeutet der demografische Wandel und die damit zusammenhängende rückläufige Zahl der Schulabgängerinnen und -abgänger für die Migrantenunternehmen? Wie können wir mehr migrantische Unternehmen für die Ausbildung von jungen Menschen gewinnen?

Wie können interkulturelle Kompetenzen genutzt werden? Welcher Qualifizierungsbedarf besteht?

Einige Antworten, Vorschläge und Ansätze präsentiert dieser Band. Ich danke allen Beteiligten für ihre Mitwirkung und wünsche uns allen, dass ihre Arbeit mit dazu beiträgt, Chancengerechtigkeit und Teilhabe für Migrantinnen und Migranten zu verwirklichen.

 

I. Einführung und Grundlagen

1. Qualifizierung in Migrantenunternehmen. Eine thematische Einstimmung

Autoren:
René Leicht, Elvira Stegnos
Landesarbeitsgemeinschaft Migrantenökonomie, Baden-Württemberg
 

2. Die ökonomische und soziale Basis der betrieblichen Bildungspotenziale von Migrantenunternehmen

Autoren:
René Leicht, Lena Werner
Institut für Mittelstandsforschung, Universität Mannheim
 

II. Ausbildungsengagement von Migrantenunternehmen im Kontext aktueller Entwicklungen

3. Ausbildung in Migrantenunternehmen: Aufgeholt und doch benachteiligt

Autoren:
René Leicht
Institut für Mittelstandsforschung, Universität Mannheim
 

4. Ausbildungsengagement von Migrantenunternehmen im Kontext aktueller Entwicklungen am Beispiel der KAUSA Servicestelle Region Stuttgart

Autoren:
Muhammet Karatas, Edi Matic
IHK Region Stuttgart, KAUSA-Servicestelle
 

5. Potentiale und Bedürfnisse der Stuttgarter Migranten am Beispiel der Migrantenökonomie

Autoren:
Levent Güneş
Abteilung Integration Landeshauptstadt Stuttgart
 

III. Strategien der Fachkräfteentwicklung in Migrantenunternehmen

6. Fachkräftesicherung in Migrantenunternehmen

Autoren:
Lena Werner
Institut für Mittelstandsforschung, Universität Mannheim
 

7. Weiterbildung in hessischen Migrantenunternehmen – Herausforderungen und Potenziale

Autoren:
Vera Neisen
Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur, Goethe Universität Frankfurt am Main
 

8. Vielfalt als Ressource für die Fachkräfteentwicklung

Autoren:
Monika Münch
ikubiz Ausbildungsverbund

 

IV. Bildungspolitische Chancen in Migrantenunternehmen

9. Türkische Sprache im Betrieb und Beruf (Arbeitstitel)

Autoren:
Anke Settelmeyer, Lena Werner
Bundesinstitut für Berufsbildung, Institut für Mittelstandsforschung, Universität Mannheim
 

10. Jugendliche mit Migrationshintergrund in der dualen Ausbildung. Erfahrungen der Arbeitsgemeinschaft selbständiger Migranten e.V.

Autoren:
Bahran Habib, Arzu Değirmenci Pehlivan
Arbeitsgemeinschaft selbständiger Migranten e.V.
 

V. Wandel der Unterstützungs- und Qualifizierungsformen

11. Von der Lehrstellenakquise zur assistierten Ausbildung: externe Unterstützung ausbildender Betriebe

Autoren:
Peter Jablonka
Forschungsgruppe SALLS, Bonn/Berlin
 

12. Wandel der Unterstützungs- und Qualifizierungsformen in der dualen Ausbildung in KMU

Autoren:
Rainer Aliochin
Ausbildungsring Ausländischer Unternehmer e.V.